Mistelschnittaktion

Gemeinsam stark für Odenwälder Streuobstwiesen

Uns allen liegt die Odenwälder Kulturlandschaft und insbesondere ihre Streuobstwiesen am Herzen. Umso mehr schmerzt das Bild, das sich vielerorts im Odenwald zeigt. Obstbäume oder gar ganze Streuobstwiesen sind befallen von der Laubholzmistel, einem Halbschmarotzer. Vitalitätsrückgang der Bestände bis hin zum Absterben einzelner Bäume ist die Folge. Mit der regelmäßigen Baumpflege der Apfelbäume sollten Misteln entfernt werden. Dies kann beim jährlichen Obstbaumschnitt erfolgen.

Stark befallener Altbaum

In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund NABU, Odenwaldkreis und dem Kreisverband Obstbau, Garten und Landschaftspflege Odenwald-Dieburg engagieren wir uns bei einer Initiative zur Bekämpfung der Laubholzmistel auf Apfelbäumen. Mit einer konzentrierten Mistelschnittaktion an zwei Wochenenden im Februar/März diesen Jahres wollen wir gemeinsam dieser Entwicklung entgegenwirken. Durch fachmännische Pflegemaßnahmen wollen wir den Altbaumbestand erhalten und das Potential der Streuobstwiesen in ihrer Artenvielfalt und als Erholungsraum fördern. Obstbaumschutz heißt auch Naturschutz, denn Streuobstwiesen bieten Lebensraum für über 5000 Tier- und Pflanzenarten, darunter Charakterarten wie der Steinkauz und der Grünspecht.

Die Aktion wird odenwaldweit durch aktive Gruppen durchgeführt. Veranstaltungen bieten auch die Streuobstwiesenretter und der Förderverein Odenwälder Apfel an. Dies erfolgt als gemeinsame Schnittaktion, als Schnittkurs oder von Fachkundigen auch als Theorieveranstaltung. Die Erfolge werden dokumentiert und nachfolgend in der Presse berichtet.

Mistelschnittkurs in der Altbaumpflege

Die Kelterei Krämer beteiligt sich an dieser Aktion mit einem Schnittkurs zum Mistelschnitt in der Altbaumpflege. Es wird an stark mistelbefallenen Bäumen geschnitten, die über einen längeren Zeitraum nicht mehr gepflegt wurden. Wir betrachten zunächst die Vitalität des Baumes in Hinsicht auf Krankheiten oder Mangelerscheinungen, Aktivität von holzschädigenden Pilzen oder Schädlingen und die Beeinträchtigung durch die schädigenden Misteln. Die vorhandene Grundstruktur des Kronenaufbaus wird auf Ausgewogenheit und Statik überprüft. Die Schnittmaßnahmen werden auf den Erhalt des vorhandenen Kronensystems unter Beibehaltung oder Schaffung eines gesunden Gleichgewichtes in der Gesamtstruktur des Baumes ausgerichtet. Viele alte Bäume haben in dieser Lebensphase bereits einmal einen Leitast verloren und einen Ersatz hierfür ausgebildet. Entspricht dies einer ausgewogenen Baumstatik oder muss eingegriffen werden? Der Baum wird zudem von Totholz und abgetragenen Fruchtästen sofern möglich befreit, um wieder Luft und Licht in die Krone zu bringen und ein neues Wachstum anzuregen.

Befallene Altbäume nach dem Schnitt

Kursleiter ist Hans Helmut Börner, Geschäftsführer des Kreisverbandes Obstbau Garten und Landschaftspflege.

Treffpunkt ist die Kelterei Krämer in der Crumbacher Straße 26; von dort aus wird zum Schneideort gefahren. Mitzubringen ist eigenes, gereinigtes Schneidewerkzeug - Leitern werden gestellt. Fachliteratur und Schneidewerkzeuge werden zum Barverkauf angeboten. Für einen Pausensnack ist in Form von Kaffee und Kuchen gesorgt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Teilnehmeranzahl ist auf 18 Personen beschränkt - wir bitten darum um eine verbindliche Anmeldung.

Termin: 08.02.2020
Alternativtermin: 29.02.2020

Zeitpunkt: 9.00 - 15.00 Uhr
Anmeldung unter:
Kelterei Krämer, Telefon: 06164/642080
oder per E-Mail unter : a.braun@kelterei-kraemer.de

Informationen zur gemeinsamen Misstelschnittaktion

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer, Fühlen Sie sich angesprochen und machen Sie mit !

02.01.20 | Anke Braun

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